09.03.2010

SERIE Design als Dekoration - qualitativ minderwertiger Bildertsunami

"Ich brauche nicht noch ein Bild. Mein ganzes Leben besteht aus Bildern und Texten!" Das ist die typische Aussage, welche man von den Menschen heutzutage zu hören bekommt. Das iPhone und die PPT haben leider noch mehr beigetragen, dass es eine qualitativ minderwertige Bilderflut, besser noch Bildertsunami gibt. Es ist alles in Bildern, es bilnk und glänzt alles. Leider hat diese Entwicklung eine sehr negative Fortführung. Visualisierungen, welche tatsächlich den Menschen helfen und aufklären sollen, werden genauso als dekoratives Ergebnis am Ende einer Produktionskette gesehen. Wenn alle "wichtigen" Aufgaben erledigt werden, dann können wir noch ein schönes Bild erzeugen, welches das ganze abrundet. Welche Aufgaben sind denn "wichtig"? Die das Unternehmenserfolg sichern? Voran wird den der Unternehmenserfolg gemessen? An den Finanzen, an der Mitarbeiterbindung? Was wäre, wenn ich behaupten würde, dass die wichtigen Leute soweit im Teufelskreis stecken, dass sie das Potential der Visuellen Kommunikation gar nicht erkennen können? Wenn ich über Visualisierung rede, rede ich nicht über die nächste Präsentation, welche jemand in einem Massenverteiler im Unternehmen verteilen soll. Es geht um Qualität und es geht darum in die Übertragung von Wissen eine neue Dimension zu bringen. Visualisierungen entstehen nicht von heute auf morgen. SIe lassen sich nicht wie eine Powerpoint Präsentation in 2h machen. Nein, eine Visualisierung ist ein Prozess. Es ist ein Weg, bei welchen die beteiligten Personen in bestimmten Reflexionszyklus ihre eigenen Gedanken auf Plausibilität prüfen. Eine grosses Abstrationsvermögen ist nötig Big Pictures entstehen zu lassen, welche auf einen Blick das wesentliche vermitteln. Visualisierungen haben tiefe. Der erste Schritt bei der Interaktion mit einer Bild ist die Beobachtung, danach werden Details des Bildes mit den Details im Gedächtnis abgeglichen, diese Suche mündet in einem herstellen von Relationen zwischen den Details, der letzte Schritt ist das gewinnen einer Erkenntnis, welche eine Gehirnleistung Voraussetzt und daher intensiver und verständlicher ist. Ich bitte Sie daher ab jetzt vor jedem Bild das sie sehen zu überlegen, ob dieses Bild eine gewisse intellektuelle Tiefe hat. Haben sich die Verfasser bei diesem etwas überlegt oder nicht? Es ist nicht jedes Bild eine Visualisierung im Sinne einer qualitativen Visuellen Kommunikation.
Ich werde in dieser Serie noch weitere Beispiele bringen, wieso Design und Visuelle Kommunikation nicht an das Ende des Lebenszyklus von Produkten und Projekten zu stellen ist und gar nicht erst in der Organisationsentwicklung. Weiter werde ich an dieser Stelle auch nach Statistischen Beweisen suchen diese Theorie zu untermauern. Es kann nicht sein, dass in der heutigen Welt die visuelle Kommunikation und das Information Design nicht ernst genommen wird. Es ist keine Spielerei oder Hobby!